03.06.2019 - Gewitterlage im Nordosten

Nach einem sehr kühlen Mai war der 02. Juni hier im Norden nicht nur der erste Sommertag, sondern mit 30,3°C auch gleich der erste Hitzetag des Jahres 2019. Für den 03.06. war seit Tagen eine Gewitterlage angekündigt, die besonders im Nordosten brisant werden sollte. Viele Wettermodelle berechneten Superzellen oder Bow-Echos mit möglichen Orkanböen. Am Vorabend gab der Himmel bereits ein vielversprechendes Bild ab:

Am frühen Morgen des 03. Juni zogen bereits Restgewitter über das nördliche Niedersachsen und Hamburg in unsere Richtung. Wir sahen das skeptisch, da Morgengewitter oft bis in den Mittag hinein die Sonneneinstrahlung verhindern, dadurch den Temperaturanstieg dämpfen und so den späteren Gewittern die Energie entziehen können.

Wir nutzten die Chance aber, dieses "sterbende" Gewitter westlich von Lübeck, bei Mönkhagen zu beobachten. Und das lohnte sich:

Knapp zwei Stunden später entwickelten sich dann im Kreis Stormarn neue, aber nur begrenzt kräftige Schauerzellen mit einzelnen Gewittern. Um 10:37 Uhr entwickelte sich im Bereich dieser Zellen über Lübeck-St. Lorenz Nord aber tatsächlich eine kurzlebige Funnelcloud, die eindeutig als solche zu erkennen war:

Was für Highlights, noch am Vormittag!

Nun nahm der Tag aber den befürchteten Verlauf, die Wolkenfelder dieser morgendlichen Zellen bedeckten den Himmel, nahmen die Energie raus und verhinderten jegliche Gewitterentwicklungen am Nachmittag und Abend. Auch die Regionen im Osten und Nordosten bekamen später fast nichts mehr ab, obwohl sich die Luft dort bei bis zu 35°C bis zum späten Nachmittag noch ungehindert aufheizen konnte.

 

06.06.2019 - Shelfcloud am Vormittag

Die Gewitterlage hält an, am Morgen des 6. Juni gibt es auch hier wieder was zu sehen. Wieder in den Morgenstunden nähern sich aus Südwesten Gewitter, Aus organisationstechnischen Gründen nur Aufnahmen von Zuhause aus:

 

12.06.2019 - Kräftiges Gewitter mit zwei Naheinschlägen

In der Nacht vom 11. auf den 12. Juni war ein größeres Gewittersystem durchgezogen, welches aber zumindest bei uns eher unspektakulär verlief. Die meisten Wettermodelle sahen bei uns für den kommenden Nachmittag eher geringe Gewitterchancen, gegen 15:30 Uhr löste es aber südlich von Mölln aus, und eine kleinräumige, aber kräftige Gewitterzelle zog nördlich / nordnordwestlich Richtung Lübeck. Das sah erstmal wenig spektakulär aus:

Kurz nach 16:00 Uhr streifte die Zelle Ratzeburg. Viel an Strukturen gab es nicht zu sehen, dafür gab es zwei laute Naheinschläge, der erste Schlug bei Harmsdorf (westlich von Ratzeburg) ein, der zweite traf beinahe die Feuerwehr:

 

13.06.2019 - Unerwartetes Gewitter mit möglicher Funnelcloud

Heute sollte die Gewitterlage eigentlich weitgehend beendet sein, die heiße Luft war durch die Gewitter tags zuvor bis nach Polen verdrängt worden. Trotzdem entwickelten sich am späten Nachmittag wieder einige Schauer und auch kurze Gewitter. Obwohl das auf dem Radar wenig spektakulär aussah, wirkte es optisch recht schön anzusehen - das genaue Gegenteil zum Vortag:

Was kommt denn da um die Ecke?

Das sah sehr beeindruckend aus und wirkte aufgrund der unspektakulären Radarsignale surreal... Wir wollten das weiter beobachten und entschlossen uns dazu, der Zelle noch ein Stück hinterher zu fahren. Zuvor aber noch dieser "Horsehoe Vortex" auf der Rückseite des Gewitters:

Wir beobachteten die Zelle zunächst bei Groß Disnack, zwischen Lübeck und Ratzeburg:

An dieser Wolkenbasis war immer wieder Rotation auszumachen:

Wir wollten die Zelle nicht einfach so ziehen lassen und fuhren noch ein ganzes Stück weiter nordöstlich. Südlich von Lüdersdorf meinten wir, über der mittleren Baumreihe eine kurzlebige Funnelcloud beobachtet zu haben:

Wir verlagerten uns noch ein kleines Stück und machten westlich von Lüdersdorf noch diese Aufnahmen:

Hier war mittig, ganz in der Ferne, wieder etwas Verdächtiges auszumachen. Wir gehen aber davon aus, dass das ein Böenfrontzahn war, da das Ganze schnell wieder "in Fetzen zerfiel":

Schließlich ließen wir das Gewitter auf die Ostsee ziehen:

Am späten Abend gab es dann noch etwas Interessantes - leuchtende Nachtwolken!

Jetzt sollte die Gewitterlage endlich vorbei sein - morgen beginnt aber schon die Nächste...